Das Bundesverdienstkreuz für eine Israelkritikerin
Große Aufregung herrscht um die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Felicia Langer. Pro und Contra sind in der Presse breit diskutiert worden. Meiner Meinung nach geht die Verleihung auch so in Ordnung – von meiner grundsätzlichen Abneigung gegenüber Orden und sonstigen Auszeichnungen gegenüber mal abgesehen. Man darf, muss den Staat Israel und seine Politik gegenüber den Palästinensern kritisieren (dürfen). Dass alleine schon auf diese Verleihung hin jedoch ein bundesweiter Aktionismus beginnt, auf deren Spitze verliehen Bundesverdienstkreuze zurückgegeben werden, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar. Wir leben in einer Demokratie und es herrscht freie Meinungsäußerung. Und man kann nicht umhin, die Menschenrechtsverletzungen, die der Staat Israel zu verantworten hat, zu benennen. (Und natürlich vergisst man dabei nicht, dass auch Israel viel Leid widerfahren ist und Terror und Angriffe genauso unsäglich sind). Von Boris Palmer, Tübinger OB, GRÜNER – und der aufgrund ihres Wohnortes Tübingen derjenige, der ihr das Verdienstkreuz überreicht hat, ist ein interessanter Mailwechsel mit Henryk M Broder veröffentlicht, der versucht hat, die Verleihung zu skandalisieren. Ich ziehe meinen Hut vor Boris.
