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	<title>Blog GRÜN-(p)puR &#187; Sozial und Wirtschaftlich</title>
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	<description>ein grünes Blog für Karlsruhe, drumherum und die große, weite Welt</description>
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		<title>Im Zeigefingerland</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 07:44:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozial und Wirtschaftlich]]></category>
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		<description><![CDATA[Man zeigt hier gerne mit dem Zeigefinger auf andere. Und nennt das dann &#8220;Neiddebatte&#8221;. Vor allem, wenn es um gesellschaftliche Teilhabe und Verteilung dessen geht, was in diesem Land erwirtschaftet wird &#8211; an Gewinnen und an Steuergeldern oder Geldern in den Sozialkassen.
Wir erinnern uns: zu Anfang des Jahres wurde breit über die Reform der HARTZ-IV-Gesetzgebung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man zeigt hier gerne mit dem Zeigefinger auf andere. Und nennt das dann &#8220;Neiddebatte&#8221;. Vor allem, wenn es um gesellschaftliche Teilhabe und Verteilung dessen geht, was in diesem Land erwirtschaftet wird &#8211; an Gewinnen und an Steuergeldern oder Geldern in den Sozialkassen.</p>
<p>Wir erinnern uns: zu Anfang des Jahres wurde breit über die Reform der HARTZ-IV-Gesetzgebung debattiert. Der Vizekanzler sprach von spätrömischer Dekadenz, andere über die Verschwendung der Leistungsempfänger durch den Kauf von Flachbildfernsehern oder Zigaretten oder gar Bier. Immer wieder die Runde machte der Begriff der Arbeitspflicht. Roland Koch nannte die Verpflichtung, etwas zu arbeiten, eine &#8220;Gegenleistung für die öffentliche Unterstützung&#8221;. Von einer solchen Verpflichtung geht noch nicht einmal das SGB XII aus, in dessen §1 es heißt:</p>
<blockquote><p><em>Aufgabe der <span style="color: #000000;">Sozialhilfe</span> ist es, den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens zu  ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht. Die Leistung soll  sie so weit wie möglich befähigen, unabhängig von ihr zu leben; darauf  haben auch die Leistungsberechtigten nach ihren Kräften hinzuarbeiten.</em></p></blockquote>
<p>Aktuell fordert Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, in der  Hartz-IV-Debatte eine Arbeitspflicht für Hilfsempfänger und Forderungen nach höheren Regelsätzen abgelehnt. Dabei bringt er auch Tätigeiten wie &#8220;Scheibenputzer, Brötchenausträger, Schuhputzer oder Tütenpacker ins <a href="http://www.presseportal.de/pm/6351/1660921/leipziger_volkszeitung" target="_blank">Spiel</a>. Was dafür bezahlt werden soll, darüber schweigt er sich natürlich aus. Wenn aber bedenkt, dass selbst hochpreisige Hotels wie der <a href="http://www.joergrupp.de/855/warum-mindestlohne-notwendig-sind/" target="_blank">Erbprinz in Ettlingen</a> für Zimmermädchen oder Küchenhilfen 6,20 € bezahlen wollen, kann man sich vorstellen, wie weit entfernt von einem Mindestlohn der Lohn für eine solche Arbeit wäre. Die Lösung ist das Aufstocken durch die Sozialkassen. Kombilöhne für Arbeit, die keiner braucht. Und da bei Ablehnung von Arbeitsstellen Sanktionen drohen, nutzt diese  Regelung in erster Linie wohl den Anbietern von  Niedriglohnjobs, vor allem der Zeitarbeit &#8211; die gerade wieder dafür sorgt, dass die Arbeitsosenzahlen schrumpfen &#8211; zu welchen Bedingungen, fragt dabei kein Mensch. Ich habe nichts gegen Zeitarbeit, wenn sie der Eingliederung in den Arbeitsmarkt dient, also nicht länger als ca. 3 Monate andauert, Produktionsspitzen oder Krankheitsfälle abfedert. Aber als Ersatz für reguläre Arbeitststellen, wie sie durch die Deregulierung der rot-grünen Regierung unter Federführung von Wolfgang Clement erfolgt ist, lehne ich ab.</p>
<p>Seit ich politische Debatten über die Sozialsysteme wahrnehmem wird so getan, als seine die BezieherInnen von Geldern aus Sozialtransfers irgendwie faul, hätten keine Lust oder sind halt selbst schuld an ihrer Situation. Schon immer kommt dabei die Pflicht zu Arbeit ins Spiel &#8211; laut Definition der ILO Zwangsarbeit</p>
<blockquote><p>(Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) definierte 1930 in <em>Art. 2 Abs. 1 des Übereinkommens über Zwangs- und Pflichtarbeit</em> die Zwangsarbeit als unfreiwillige Arbeit oder Dienstleistung,  die unter Androhung einer Strafe ausgeübt wird. Nicht dazu gehören laut  Abs. 2 des Übereinkommen: Militärdienst, übliche Bürgerpflichten,  Arbeit im Strafvollzug, notwendige Arbeit in Fällen höherer Gewalt und  Arbeit, die dem unmittelbaren Wohl der Gemeinschaft dient.</p></blockquote>
<p>Der Versuch der Umdefinition als sogenannte Bürgerarbeit als Gegenleistung ist dabei leicht durchschaubar.</p>
<p>Leider ist es so, dass diese politische Debatte anstatt zu befrieden, den sozialen Druck erhöht. Ich erinnere mich, Anfang des Jahres einen Bericht im Fernsehen gesehen zu haben, in denen Bürger in einer Straßenumfrage beinahe selbstverständlich gefordert hatten, Hartz-IV-EmpfängerInnen müssten Schnee schippen.In Internetforen erlebe ich ähnliche Argumentationen, die ja immer mit transportieren, dass die Lesitungen missbräuchlich verwendet würden:</p>
<blockquote><p><em>In der Tat, wer staatliche Leistungen bezieht, also auch mein Geld, muss  sich gefallen lassen, dass zielgerichtete Instrumente eingesetzt  werden, die Missbrauch von Leistungen weitgehend abwenden.</em></p>
<p><em>Sehr gut finde ich auch das die Kinder Verantwortung im Umgang mit der Karte übernehmen.<br />
Wenn sie sogar sehen was es den Staat kostet, lernen Sie indirekt den Umgang mit Geld.<br />
Was ist noch auf der Karte was kann ich mir noch leisten und was nicht.<br />
Da liegt nämlich meiner Ansicht nach bei vielen H4 Haushalten der Hase im Pfeffer.<br />
Viele Menschen gehen impulsiv mit Geld um ohne einen Überblick über die eigenen Finanzen zu haben.<br />
Am Ende der Schulden-Karriere steht oft der Offenbarungseid und ein Leben in H4.</em></p>
<p><em>&#8220;Wer aber auf Kosten der Gemeinschaft lebt, hat darauf kaum Anspruch.</em></p></blockquote>
<p>Solche und ähnliche Zitate lassen sich in jeder Debatte finden. Hinzu kommt dann sie Sprache. Man geniert sich ja wahrlich nicht mehr, von der &#8220;Unterschicht&#8221; zu sprechen. &#8220;bildungsferne Schichten&#8221; diskriminiert ebenfalls gerne udn beliebt sind auch die &#8220;sozial Schwachen&#8221;. Und, der Wunsch, die Ausgabe der Gelder zu kontrollieren. Daher kommen dann solche Ideen wie die Chipkarte für Kinder.  Arbeitsministerin von der Leyen will eine Chipkarte für Kinder von  Hartz-IV-Empfängern. Mit der Karte sollen sich Bildungsangebote, Sport-  oder Musikunterricht bezahlen lassen. Klar, das würden die eh nicht machen &#8211; ist die Botschaft, die da mitschwingt.  Dabei gibt es noch nicht mal ein einheitliches Programm für alle Kinder-  und bitte, was macht man auf dem Land, wo es keine Musikschule gibt, keine Bildungsangebote, kein Kino, schon gar nicht mit anspruchsvollen Nebenprogramm, vielleicht grade mal den Sportverein oder den Kinderchor? Wieso gibt man den Menschen nicht genügend Geld in die Hand, dass sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, von dem sie ausgeschlossen werden?</p>
<p>Dieses ganze System ist einzig und alleine darauf ausgerichtet, Menschen zu diskriminieren. Das liegt nicht am Sozialtransfer an und für sich. Das liegt daran, dass es vielen Menschen offenbar darum geht, mit dem Zeigefinger auf andere zu deuten. Dabei vergisst man allzu leicht, wie schnell ein Mensch in diesem Land  in der HARTZ-IV-Mühle landen kann: ein Jahr arbeitslos, schon ist es  passiert. Auf eine Hausfrauen- oder Hausmännerehe geeinigt, scheiden  lassen: Hartz IV. Selbstständig gewesen, Konkurs: Hartz IV. Und  natürlich ist man dann ein Hartz-IV-ler und man spricht von den  HARTZ-IV-Kindern.</p>
<p>&#8220;Schau her, der begeht Sozialbetrug&#8221;. Auf die, die sich eh nicht wehren (können). Es sind oft die selben Menschen, die ohne mit der Wimper zu zucken, einen Handwerker schwarz bezahlen. Es sind die Menschen, die oftmals selbst schwarz arbeiten. Es sind Menschen, die mit viel Geld in der Tasche versuchen, in einer Steueroase dieses anzulegen. Und es sind die Menschen, die an diesem System verdienen. Offenbar wird Arbeitslosigkeit noch immer mit bezahltem Urlaub verwechselt. Dabei zeigt eine aktuelle <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/16/0,3672,8100880,00.html" target="_blank">DGB-Studie</a>, dass Arbeitslosigkeit krank macht. Eine Beobachtung, die ich im Job durchaus teile. Leider ist es, dass in diesem Land gesellschaftliche Solidarität nicht groß geschrieben wird. Wer etwas nimmt, soll dafür etwas geben. Und auch wenn er oder sie das tut, noch immer definiert der Spießbürger, was er denn zu geben habe: &#8220;der hat in seim Lebe noch nie was mit seine Hend g&#8217;schafft&#8221; ist ein mir durchaus bekannter Satz, der ja parallel dazu all jene diskriminiert, die handwerklich unbegabt sind. &#8220;Schaffe&#8221; &#8211; daraus definiert sich unser Dasein, berechtigt zu gesellschaftlicher Teilhabe. Wer das nicht kann, hat gefälligst draußen zu bleiben, seine Kinder sollen nicht mit den anderen auf die Schule gehen und diese Kinder dürfen dann ihr Leben lang beschimpft werden. Die Gefahren für den sozialen Frieden sind groß. Statt Zeigefinger wäre daher ein bedingsloses Grundeinkommen angebracht. Höchste Zeit sogar.</p>
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		<title>ehrlich und seriös</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 07:47:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial und Wirtschaftlich]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Frau besitzt ein gutgehendes Geschäft in einer kleineren Ortschaft, irgendwo in Deutschland. Es sichert ihr Auskommen, sie beschäftigt ein paar wenige Menschen. Sie wird nicht reich, scheint aber zufrieden. Um ihre Kunden ordentlich zu bedienen, stellt sie Anfang 2010 eine Mutter in Elternzeit ein.
Sie selbst spezialisiert sich ein bißchen auf eine bestimmte Art von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Frau besitzt ein gutgehendes Geschäft in einer kleineren Ortschaft, irgendwo in Deutschland. Es sichert ihr Auskommen, sie beschäftigt ein paar wenige Menschen. Sie wird nicht reich, scheint aber zufrieden. Um ihre Kunden ordentlich zu bedienen, stellt sie Anfang 2010 eine Mutter in Elternzeit ein.</p>
<p>Sie selbst spezialisiert sich ein bißchen auf eine bestimmte Art von Kunden und ihre Produktinteresse &#8211; und als sie während des Jahres die Gelegenheit erhält, in die nächstgrößere Stadt umzuziehen, wo sie mehr von genau diesen Kunden hat, nimmt sie diese Gelegenheit wahr. Ihrer frisch eingestellten Mitarbeiterin macht sie ein interessantes Angebot:  ich weiß, dass ich nicht alle Kunden dazu bewegen kann, weiter bei mir Kunde zu sein, weil der Weg zu weit wird. Übernimm du doch die Kunden, die du bisher betreut hast, die von mir, die nicht so weit fahren möchten, bekommst du dazu &#8211; und mache dich selbstständig. Geh zu meinem Stuerberater, der liefert dir alle notwendigen Zahlen.</p>
<p>Gesagt, getan, überlegt: der Steuerberater eröffnet, dass der Kundenbestand bezahlt werden müsse, so xx.000 € müsse man branchenspezifisch schon rechnen. Ja, und einen Teil der Geschäftseinrichtung könne man übernehmen, für die Überstunden und den Resturlaub.</p>
<p>Die Mitarbeiterin ist guten Mutes, erkundigt sich über Ablöse, rechnet, nimmt ein Darlehen auf und will einen Übernahmvertrag machen für den Tag, an dem das Darlehen ausbezahlt wird. Am Ende stellt sich heraus, weil es angeblich zu lange ging, dass aus der Verhandlung mit dem Ergebnis, dass weniger Geld zu bezahlen sei, folgt: die Inhaberin zieht um, versucht aber jetzt alles, um alle Kunden mitzunehmen. Sie bricht alle mündlichen Absprachen, verweigert sich Gesprächen, unterlässt zugesagte Hilfestellungen, hat keine Zeit für Besprechungen und geht sogar soweit, ein Teil der Überstundenvergütung nicht ausbezahlen zu wollen und den Kunden, die sie nicht mitnehmen kann zu empfehlen, zur Konkurrenz zu gehen. Sie behält wichtige Post ein, die für die neue Inhaberin ist und schadet somit bewusst ihrer &#8220;Nachfolgerin&#8221; &#8211; in der Branche ein nicht ganz richtiger Ausdruck. Es bleibt der Eindruck, dass man versuchte, irgendwie an xx.000 € zu kommen.</p>
<p>Warum ich das poste: weil mir eine solche Unanständigkeit tierisch auf den Keks geht.</p>
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		<title>Warum Mindestlöhne notwendig sind</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 13:30:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozial und Wirtschaftlich]]></category>
		<category><![CDATA[Ausbeutung]]></category>
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		<description><![CDATA[Täglich arbeite ich mit der Jobbörse der Arbeitsagentur.&#160; Ich suche Stellen für meine TeilnehmerInnen, auf die sie sich bewerben können. Interessant sind dann natürlich gute Adressen. Aktuell suche ich beispielsweise für eine nach einer Krebserkrankung wiedergenesene Frau eine Stelle als Küchenhilfe in Teilzeit.
In der Jobbörse finde ich ein Stellenangebot des Ettlinger Hotels &#8220;Erbprinz&#8221;. Der &#8220;Erbprinz&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Täglich arbeite ich mit der Jobbörse der Arbeitsagentur.&nbsp; Ich suche Stellen für meine TeilnehmerInnen, auf die sie sich bewerben können. Interessant sind dann natürlich gute Adressen. Aktuell suche ich beispielsweise für eine nach einer Krebserkrankung wiedergenesene Frau eine Stelle als Küchenhilfe in Teilzeit.</p>
<p>In der Jobbörse finde ich ein Stellenangebot des <a href="http://erbprinz.de/de/index.php" mce_href="http://erbprinz.de/de/index.php" target="_blank">Ettlinger Hotels &#8220;Erbprinz&#8221;</a>. Der &#8220;Erbprinz&#8221; ist eine gute Adresse, hatte früher mal 3 Sterne und wenn man gerne mal richtig &#8220;fein&#8221; essen gehen will, ist das ne gute Adresse. Wenn der FC Bayern München beim KSC spielt, übernachtet er dort in der Regel. Die <a href="http://erbprinz.de/de/hotel/preise.php" mce_href="http://erbprinz.de/de/hotel/preise.php" target="_blank">Zimmerpreise</a> beginnen bei 165 €.</p>
<p>Diese Hotel bietet eine Teilzeitstelle in der Küche an. Dort wird <a href="http://erbprinz.de/de/restaurant/speisekarte.php" mce_href="http://erbprinz.de/de/restaurant/speisekarte.php" target="_blank">hochpreisiges</a> Essen hergestellt &#8211; für den Preis eines Menüs geh ich da gut und gern einmal mit der ganzen Familie essen &#8211; Getränke inklusive. Dieses Hotel vergrößert sich gerade und baut seine Fläche innerstädtisch aus. Dieses Hotel hat die Frechheit, für diese Stelle einen Stundenlohn von <b>6,20 €</b> anzubieten. Dazu fällt mir dann einfach nichts mehr ein, außer: ein gesetzlicher Mindestlohn muss her. Damit eine solche Ausbeutung aufhört. Natürlich gibt es noch andere, schlechter bezahlte Stellen. Eben. Deshalb muss es einen gesetzlichen Mindestlohn geben &#8211; für alle.</p>
<p><a href="http://www.joergrupp.de/wp-content/uploads/2010/07/erbprinz.JPG" mce_href="http://www.joergrupp.de/wp-content/uploads/2010/07/erbprinz.JPG"><img class="size-thumbnail wp-image-857 alignleft" title="erbprinz" src="http://www.joergrupp.de/wp-content/uploads/2010/07/erbprinz-150x150.jpg" mce_src="http://www.joergrupp.de/wp-content/uploads/2010/07/erbprinz-150x150.jpg" alt="erbprinz" width="150" height="150"></a><br mce_bogus="1"></p>
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		<title>die Lücken des Sozialstaates</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 14:05:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Familie und Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial und Wirtschaftlich]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem Berufsleben als Sozialpädagoge und der Durchführung von Reintegrationsmaßnahmen hab ich schon einiges erlebt. Ich habe mich über wunderbare Erfolge gefreut, wenn ein Mitte- oder Endfünfziger wieder eine bezahlte Tätigkeit und Aufgabe gefunden hat. Ich hab erlebt, wie Menschen aufblühen, wenn sie nach mehreren Jahren Arbeitssuche endlich wieder eine bezahlte Stelle finden, aber auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In meinem Berufsleben als Sozialpädagoge und der Durchführung von Reintegrationsmaßnahmen hab ich schon einiges erlebt. Ich habe mich über wunderbare Erfolge gefreut, wenn ein Mitte- oder Endfünfziger wieder eine bezahlte Tätigkeit und Aufgabe gefunden hat. Ich hab erlebt, wie Menschen aufblühen, wenn sie nach mehreren Jahren Arbeitssuche endlich wieder eine bezahlte Stelle finden, aber auch erleben müssen, wie jemand alle Tricks anwendet, nur um nicht arbeiten gehgen zu müssen &#8211; letztere sind die absolute Minderheit.</p>
<p>Man denkt immer, nichts könnte einen mehr erschüttern. Man hat gelernt, loszulassen und dass man alleine nicht die ganze Welt retten kann. Irgendwann hatte ich eine Teilnehmerin, 56 Jahre alt. Hat eine typisch deutsche Hausfrauenehe geführt, 4 Kinder großgezogen. Ihr Mann war Beamter und hat finanziel gut für sie gesorgt und sie war zu Hause und hat ihm die Socken gewaschen oder für ihn gekocht. Wer&#8217;s mag und wenn sich alle Beteiligten einig sind, sagt man.</p>
<p>Jedenfalls war sie all die Jahre über ihn familienversichert. Beihilfeberechtigt. Private Krankenkasse. Jetzt, über 55, benötigt sie nach der Trennung eine eigene Krankenversicherung. Sie hat keine Berufserfahrung, war 25 Jahre zu Hause. Ist gesundheitlich angeschlagen und findet so natürlich erstmal keinen Job. Aber selbst wenn &#8211; sie könnte sich nicht mehr gesetzlich krankenversichern. Im Gesetz steht:</p>
<blockquote><p>&#8220;Personen die nach Vollendung des 55. Lebensjahres krankenversicherungspflichtig werden, bleiben krankenversicherungsfrei, wenn sie in den letzen 5 Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich krankenversichert waren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das heißt: Man kann nicht mehr zurück in die gesetzliche Krankenversicherung,  wenn man in den letzten 5 Jahren bevor man eigentlich krankenversicherungspflichtig würde, nicht gesetzlich krankenversichert war. Nun steht sie da, bezieht Hartz IV und nur dadurch werden ihre Kosten für die KV <strong>(privat, Basistarif) zur Hälfte</strong> übernommen. Die andere Hälfte muss sie selbst zahlen, damit sie überhaupt krankenversichert ist. Wenn sie Rente bekommt, wirds noch enger. Wenn sie nen Job bekommt, wird sie nicht pflichtversichert. Motivation, eine Vollzeitstelle anzunehmen: gleich Null. Verständlicherweise. Solange das Amt aufstocken muss, kriegt sie wenigstens noch die Hälfte. Sonst nichts mehr. Und mit 25 Jahren Berufserfahrung als Hausfrau und Mutter wird die Einkommensdifferenz zwischen Vollzeit- und Teilzeitstelle nicht so groß sein.</p>
<p>Dieses Gesetz ist falsch. Richtig gedacht, um Missbrauch zu verhindern. Aber Härtefälle müssen regelbar sein &#8211; denn diese Frau hatte unter der Annahme, sie bleibt bis an ihr Lebensende bei ihrem Mann, keine Wahl in all den Jahren.</p>
<p>Und die einzig richtige, langfistige Lösung wäre: Abschaffung der privaten Krankenversicherung, Überführung dieser in den Wettbewerb mit den gesetzlichen mit gleichen Leistungen. Eine Bürgerversicherung, in die alle einzahlen und alle die selben Leistungen bekommen.</p>
<p>Ich hab übrigens versucht, eine Ausnahmeregelung bei deiner Krankenkasse zu erreichen. Lapidare Antwort der telefonierenden, jungen Sachbearbeiterin: keine Chance, dafür ist das Gesetz gemacht. Wir nehmen sie nicht auf.</p>
<p>Ich werde eine Petition schreiben. Für eine Ausnahmeregelung im Gesetz.  Wer unterschreibt?</p>
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		<title>Demo -nstration und -kratie</title>
		<link>http://www.joergrupp.de/821/demonstration/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Jun 2010 16:31:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeines]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[sozialabbau]]></category>
		<category><![CDATA[Stuttgart]]></category>
		<category><![CDATA[Verdi]]></category>

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		<description><![CDATA[Am letzten Samstag war ich zusammen mit anderen GRÜNEN Teil der Demonstration gegen Sozialabbau, zu der ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und anderen Organisatoren aufgerufen hatte. Ich hatte eine friedliche Demo erwartet und fuhr also zusammen mit meinen kleinen Söhnen, beladen mit Rucksack und Kinderwagen nach Stuttgart. Auftaktkundgebung &#8211; etwas laut, dafür aber nahe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am letzten Samstag war ich zusammen mit anderen GRÜNEN Teil der <a href="http://bawue.verdi.de/" target="_blank">Demonstration gegen Sozialabbau</a>, zu der ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und anderen Organisatoren aufgerufen hatte. Ich hatte eine friedliche Demo erwartet und fuhr also zusammen mit meinen kleinen Söhnen, beladen mit Rucksack und Kinderwagen nach Stuttgart. Auftaktkundgebung &#8211; etwas laut, dafür aber nahe des Wagens alle anderen GRÜNEN und unsere <a href="http://www.silke-krebs.de/" target="_blank">Landesvorsitzende</a> getroffen. Marsch durch die Innenstadt &#8211; alles okay. Dann Abschlusskundgebung am Schlossplatz. Den Kindern wurde es angesichts der langen Reden etwas langweilig. Und obwohl es genügend Platz um mich herum gab, wurde es zusehends enger um mich herum. Dann verbale Angriffe auf die GRÜNEN, die ich mehrfach zu hören bekam &#8211; schließlich war ich mit grünem Wahlkampf-T-Shirt und Fahne leicht identifizierbar: &#8220;ihr habt doch den Sozialabbau zusammen mit der SPD angefangen, ihr ward das mit der Agenda 2010.&#8221;</p>
<p style="padding-left: 30px;">Naja, meine Haltung ist da schon differenzierter und ich muss bei uns GRÜNEN anerkennen, dass wir gelernt haben, aus dem, was gut gemeint war und doch nur schlecht umgesetzt worden war. Wir sind zwischenzeitlich für eine Aussetzung der Sanktionen ebenso wie für eine höhere Grundsicherung &#8211; und ein guter Teil der Partei mit mir auch der Meinung, es müsste ein bedingsloses Grundeinkommen geben &#8211; wenn wir auch noch nicht in der Mehrheit sind. Auch bei allem, was recht ist: die Entscheidungen sind 9 Jahre her. und aus der täglichen Arbeit weiß ich, dass zumindest zusätzliche Arbeit nicht völlig falsch ist und ich in meiner Arbeit dafür sorge, dass 1-€-Jobs auch nur dort geleistet werden, <a href="http://www.gfa-karlsruhe.de/" target="_blank">wo es Sinn macht</a> &#8211; als zusätzliche Arbeit.</p>
<p>Auf jeden Fall wurde es um mich herum enger. Ich versuchte, meinen Sohn davor zu schützen, an den Kinderwagen gedrückt zu werden, um mich herum lauter Männer und Frauen von der <a href="http://www.mlkp.info/index.php?lang=5" target="_blank">MLKP</a>. Kein Verständnis, mir wurden in Gegenwart meiner Kinder Gewalt angedroht, wenn ich es wagen sollte, weiter meinen bzw. seinen Platz einzufordern. Als ich auch noch geheimnisvolles Herumwerkeln mit Tüten entdeckte, ebenso Eierkartons mit Eiern drin, war mir klar, was da kommt &#8211; und ging natürlich mit den Kindern sofort raus. Ein <a href="http://foto.stuttgarter-zeitung.de/media/thumb_2/227797.jpg" target="_blank">Foto von meinem Standor</a>t (ohne mich) fand ich übrigens in der Stuttgarter Zeitung wieder.</p>
<p>Kaum hinter der Menschenmenge angekommen, <a href="http://www.schwaebische.de/lokales/wir-im-sueden/wir-im-sueden-kurz_artikel,-Tumulte-ueberschatten-Demo-gegen-Sozialabbau-_arid,4112456.html" target="_blank">sprach Herr Schmiedel von der SPD</a> &#8211; seine Rede ging in Eierwürfen, Flaschenwürfen und Geschrei und Gepfeife unter. Offensichtlich opfert man dem Protest und der Gewalt gerne demokratische Gepflogenheiten &#8211; so zum Beispiel das Recht auf freie Meinungsäußerung. Und Rechtfertigungen für die Gewalt gab es dann anschließend auch von Linken.</p>
<blockquote><p>A lieber J<span><span> </span></span><span>örg, was hättest du denn als Grüner von den  Demonstranten erwarte? Das die Demonstrierenden ihr Wut im Zaum halten  und dem Repräsentanten einer Partei, die für Krieg, Privatsierungen,  Sozialabbau, Stuttgart 21 steht geduldig und demütig zuzuhören?</span></p></blockquote>
<p><span>oder</span></p>
<blockquote><p>Die Gewewrkschafter sollen mal nicht  rumheulen, haben mit den Polizisten gemeinsame Sache gemacht</p></blockquote>
<p>Naja.</p>
<p>Egal, wie man zu Schmiedel steht, Demonstrations &#8211; Meinungs- und Redefreiheit sind hohe Güter in dieser Demokratie. Wer politische Gegner versucht mundtot zu machen, gefährdet sie. Da müssen einige noch sehr viel lernen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hybris oder LMAA?</title>
		<link>http://www.joergrupp.de/816/hybris-oder-lmaa/</link>
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		<pubDate>Sun, 30 May 2010 16:52:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anti.AKW]]></category>
		<category><![CDATA[Eine Welt]]></category>
		<category><![CDATA[Energie und Umwelt]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind die Seiten ein- und derselben Medaille, die sich in diesen Tagen angesichts der Katasprophe im Golf von Mexico zeigen: nach der Explosion einer Ölbohrinsel, mit der im Auftrag von BP im Golf von Mexiko in 1,5 km Tiefe Öl gefördert wurde, strömen seit dem 20. April unkontrolliert, aber- und abermilionen Liter Öl ins Meer. Zwischenzeitlich gibt es ernsthafte Anzeichen und Belege für Schlamperei bzw. dafür, dass man sich (BP-)konzernseitig aus Profitgier für jeweils die <a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,697590,00.html" target="_blank">unsichersten technischen Lösungen</a> entschieden hat. Mehrere Versuche, das Loch im Meeresboden in dieser großen Tiefe zu stopfen, sind fehlgeschlagen, in der letzten Nacht der Versuch mittels der Aktion &#8220;Top Kill&#8221; &#8211; laienhaft ausgedrückt, das Loch einfach mit soviel Dreck zu stopfen, dass es geschlossen ist. Momentan gibt es keine Lösungen, die vor allem kurzfristig helfen. Die Technologie der Tiefseebohrungen wird offenbar nicht beherrscht.</p>
<p>Andere Katastrophen dieser Art sind uns bekannt: die Reaktorkatastrophe von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Tschernobyl" target="_blank">Tschernobyl</a> führte uns vor Augen, dass die Technologie im Ernstfall ebenfalls nicht beherrschbar ist. Leichtsinnig wurde die Katastrophe herbeigeführt. Es gibt genügend andere Beispiele, für die Unverantwortlichkeit, mit der Konzerne mit unserer Umwelt umgehen. Im Versuchsendlager &#8220;<a href="http://umweltinstitut.org/asse" target="_blank">Asse</a>&#8221; zur Lagerung von Atommüll wurde ohne Rücksicht auf mögliche Folgen geschlampert, der Nachweis für die Atomindustrie, dass Atommüll entsorgt werden kann, wird auf dem Papier erbracht, die Gefahren verniedlich oder geleugnet. Eine Rückholung der  Fässer scheint derzeit unmöglich &#8211; was passiert, wenn radioaktives Material in die Umwelt gelangt, weiß niemand. Die selbe Geschichte. Beim <a href="http://www.nuclear-risks.org/de/fakten.html?L=3" target="_blank">Uranabbau</a> verbleibt radioaktiver Abraum ungeschützt in der Umwelt, mit allen Folgen für die Anwohner (die in der Regel nicht in Europa wohnen) und die Umwelt (auch nicht da, wo die Kraftwerke stehen).</p>
<p>Immer da, wo kurzfristige, finanzielle Interessen bestehen und Mitarbeiter von Konzernen skrupellos sind, geschehen solche Unglücke &#8211; im verlinkten Wikipedia-Artikel werden Namen wie Seveso, Bophal genannt, Öltankerunfälle wie der jüngste <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/havarie-oeko-zeitbombe-am-great-barrier-reef_aid_495861.html" target="_blank">Anfang April</a>, der nun  das Great Barrier Riff bedroht, weil ein Tankerkapitän eine verbotene Abkürzung fahren wollte.</p>
<p>Betrachten wir uns heute den Umgang mit Eletroschrott, so muss man feststellen, dass sich eine ähnliche <a href="http://www.computerwoche.de/hardware/green-it/1870703/" target="_blank">Katastrophe</a> abzeichnet &#8211; nicht auf einen Schlag, sondern langsam und schleichend. <span style="text-decoration: line-through;">Selbstverständlich</span> nicht in Europa, sondern &#8211; wie immer auf dem Kontinent, der scheinbar noch nicht genug unter der Ausbeutung durch uns angeblich fortschrittlichen Westeuropäer und andere wetliche Industriestaaten gelitten hat &#8211; Afrika.</p>
<p>Denn eigentlich sollte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronikschrott" target="_blank">EU-wei</a>t zumindest Eletronikschritt zurückgenommen und recyclet werden. Trotzdem landen viel zu viele Altgerte auf wilden Deponien in Afrika. Dort werden sie verbrannt, um so an die verbauten Ressourcen zu kommen. Gerade in Bezug auf Computer und -peripherie Unmengen von Altgeräten. Und gerade an diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig ein Sinneswandel und ein anderer Umgang mit den Ressourven notwendig ist.  Ich habe 1994 meinen ersten PC gekauft, ein 386er PC. Ein Jahr später war es ein 486er, den ich immerhin bis Ende 1998 besaß. Als ich ihn vor 4 Jahren aus dem Keller geholt habe, hat er immer noch funktioniert. Zwischenzeitlich werden PC-Platinen und Karten nicht mehr in der selben Qualität gefertigt wie noch vor 15 Jahren. Der Trend zu kompakter Bauweise und all-in-one-Boards ist ungebremst, bei Laptops sogar unumgänglich. Auch wenn die Geschwindigkeiten nicht mehr in dem Maße zunehmen wie früher, so ist doch der Speicherhunger nach wie vor groß. Hard- und Software gehen da Hand in Hand, ohne dass für den Anwender wesentlicher Nutzen erkennbar wäre &#8211; außer man benötigt Grafikanwendungen. Ein Geschäftsmodell, an dem sich wenige bereichern, zu Lasten unserer Umwelt unter Ausbeutung teilweise seltener Rohstoffe, deren Recycling viele Menschen in den ärmsten Länder in ihrer Gesundheit bedroht. Eine <a href="http://www.greenpeace.org/international/campaigns/toxics/electronics/how-the-companies-line-up/" target="_blank">Green-IT</a> scheint meilenweit entfernt.</p>
<p>Die selbe Geschichte wie beim Öl, der Energiegewinnung, chemischer Industrie, Pharmabranche, Baumwollproduktion, Soja, Massentierhaltung, &#8230;</p>
<p>Die Antwort kann nur sein, bei sich selbst zu beginnen und sein Verhalten zu ändern. Die Konzerne werden es nicht tun. Und die Regierungen werden sich dem Druck der Lobbies beugen, mehr oder weniger alle. Neben der Selbstverantwortung bedarf es aber staatlicher Anreize, sich entsprechend zu verhalten. Wie sehr Menschen auf staatliche Förderprogramme reagieren, hat nicht zuletzt die falsche Abwrackprämie gezeigt, sondern auch die INstallation von viel Solarnergie in Deutschlan aufgrund des rot-grünen Erneuerbare Energien Gesetzes. Aber, wie gesagt, jede/r kann bei sich selbst beginnen: muss das neue Handy sein oder tut es vielleicht eine Vertragsverlängerung mit anderen Konditionen. Ein neuer PC oder reicht vielleicht eine Speichererweiterung? Ein neuer Fernseher, obwohl es der alte noch tut? Bei der Neuanschaffung ein sparsameres Auto? Kleider aus fairer Produktion? Und so vieles mehr.</p>
<p>Fangen Sie an. Mit einem Artikel, einem Produkt. (Bei mir war es übrigens vor vielen Jahren eine Liste mit Kosmetikherstellern, die ohne Tierversuche produziert haben. Damals war ich zum ersten Mal in einem Bioladen. Heute decke ich 80-90% meines Bedarfs ausschließlich mit Bio, bei Fleisch aus artgerechter Haltung. Nur Salt&amp;Vinegar-Chips- . die such ich bisher vergebens <img src='http://www.joergrupp.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> &#8230;.)</p>
<p>Achja, und um die Eingangsfrage zu beantworten: ich befürchte : <strong>beides</strong>&#8230;</p>
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		<title>Sozial ist anders</title>
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		<pubDate>Tue, 25 May 2010 05:04:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Abwehrschlacht gegen die Gleichstellung eheähnlicher Partnerschaften mit der klassischen Ehe ist im vollem gange. Die CDU ist dabei wie zu erwarten recht findig und nimmt dabei in Kauf, dass die Schwächsten in der Gesellschaft darunter leiden &#8211; die Kinder.
Die CDU-Landesregierung plant, eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel, den Unterhaltsvorschuss zu kürzen. Unterhaltsvorschuss wird auf Antrag [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Abwehrschlacht gegen die Gleichstellung eheähnlicher Partnerschaften mit der klassischen Ehe ist im vollem gange. Die CDU ist dabei wie zu erwarten recht findig und nimmt dabei in Kauf, dass die Schwächsten in der Gesellschaft darunter leiden &#8211; die Kinder.</p>
<p>Die CDU-Landesregierung plant, eine Bundesratsinitiative mit dem Ziel, den Unterhaltsvorschuss zu kürzen. Unterhaltsvorschuss wird auf Antrag Alleinerziehenden mit Kindern bis zu zwölf Jahren gewährt, deren Ex-Partner den vorgeschriebenen Unterhalt  für die Kinder nicht zahlen kann oder will. Der Staat springt für  höchstens sechs Jahre ein, je nach Alter der Kinder waren dies bis zu  158 Euro pro Monat und Kind. <a href="http://www.marbacher-zeitung.de/stn/page/2465530_0_9223_-land-will-nicht-mehr-so-viel-unterhalt-zahlen.html" target="_blank">(Quelle: Stuttgarter Zeitung)</a>. Es sollen, so der Pressebericht, denjenigen, die eineN festen PartnerIn haben, kein Unterhaltsvorschuss mehr bezahlt werden. Frau Scholz schätzt den Anteil auf 30% der BezieherInnen. Heiraten Alleinerziehende wieder, so entfällt der Anspruch auf Unterhaltsvorschuss. Dies interpretiert die &#8220;Soziel&#8221;ministerin als &#8220;Schlechterstellung der Ehe&#8221;, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Naja, ich würde es als Schlechterstellung der Kinder bezeichnen.</p>
<p>Denn eigentlich wird der Kindesunterhalt nach Höhe des/r Zahlungspflichtigen berechnet. Fällt dieseR aus, springt der Steuerzahler mit dem Unterhaltsvorschuss ein. Parallel dazu besteht das Recht auf eine sogenannte Beistandschaft, mit der das Jugendamt versucht, den Unterhaltspflichtigen dazu zu bringen, zu leisten. Insofern ist es auch korrekt, dass Unterhalt und -vorschuss einkommensunabhängig vom Einkommen des Empfängers (nicht Beziehers, das ist das Kind) bezahlt werden &#8211; auch wenn da der Frau Ministerin die Einsicht fehlt. Unterhalt ist ein Anspruch des Kindes. Barunterhalt ist die eine Hälfte, Betreuungsunterhalt (in Form von Versorgung), die andere.</p>
<p>Brigitte Lösch, sozialpolitische Sprecherin der grünen Landtagsfration, bezeichnet den Vorstoß zurecht als <a href="http://www.bawue.gruene-fraktion.de/cms/default/dok/341/341329.brigitte_loesch_vorstoss_des_landes_ist.html" target="_blank">unsozial und einfältig</a>, weil wieder mal nur die Ausgabenseite betrachtet wird. Statt dessen könnte man beim Unterhaltsvorschuss die Einnahmeseite verbessern. Momentan erreicht das Land-Baden-Württemberg, eines der reicheren Bundesländer mit einer im Vergleich zu manch anderen Gebieten hohen Erwerbsquote. Insofern sollte man eigentlich mit einer guten Rückholquote rechnen. Dass es nur rund 20% sind, ist mehr als schlecht.</p>
<p>Dabei macht es zum Beipiel Lüneburg vor. Dort erreicht man eine <a href="http://www.lueneburg.de/desktopdefault.aspx/tabid-77/169_read-29043/" target="_blank">Rückholquote von beinahe 35%</a>. Oder in Byern <a href="https://www.bayern.de/Pressemitteilungen-.1857.6835535/index.htm" target="_blank">knapp 30%</a>. Und dies, so liest man, durch eine gute personelle Ausstattung. (Viel mehr wird man nicht erreichen, weil die Unterhaltssätze viele UnterhaltzahlerInnen finanziell überfordern.) Insofern wäre eine Bundesratsinitiaive maximal dahingehend zu starten, dass eine bessere Austattung der Jugendämter, die den Unterhaltsvorschuss ja ausbezahlen, sicher zu stellen wäre. Das ist ähnlich wie bei den Steuerfahndern: die finanzieren sich von selbst und schaffen sogar mehr Überschuss. Derzeit beträgt die Belastung des Landes rund 62 Millionen, käme man auf eine Quote wie Bayern oder Lüneburg, so könnte der Staat rund 10 Millionen € mehr rückholen. Das wäre gerechter, würde Steuern sparen und zudem noch Arbeitsplätze schaffen. Klingt nach einem vernüftigen Plan.</p>
<p>Tja, und warum ist das nun eine &#8220;Abwehrschlacht gegen die Gleichstellung eheähnlicher Partnerschaften&#8221;? Naja, man wird es sich zweimal überlegen, ob man zusammen zieht, wenn das den Ausfall des Unterhaltsvorschusses nach sich zieht. Das ist ähnlich wie bei Hartz IV &#8211; durch die Erwerbsgemeinschaften kennt man ja ähnliche Effekte mit getrennten Wohnungen. Man zwingt die Menschen, zu tricksen. Das ist entwürdigend.   Übrigens, man geht davon aus, dass Rückholquoten über 40% utopisch sind. Denn 50-70 % der UnterhaltszahlerInnen können einfach nicht mehr bezahlen. Die Lösung scheint mir auch da naheliegend zu sein: die Verbesserung der Einkommenssituation durch zum Beispiel  Mindestlöhne oder die Gleichstellung der Zeitarbeit. Liegt auch nahe. Wieso kommt da keiner drauf, wenn er oder sie in der CDU ist? Liegt vielleicht an den Prioritäten.</p>
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		<title>Schöne neue Arbeitswelt</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 10:27:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich erzähle es immer wieder in meinen Kursen: die Technik wird weitere Berufe überflüssig machen. Der nächste Job, der mehr und mehr aussterben wird, ist der der Kassiererin in Märkten. Ein Beruf, der angelernt werden kann. Der vor allem von Frauen ausgeübt wird. Teilzeitgeeignet ist. Verantwortung bedeutet. IKEA macht es vor, andere werden folgen.
Ende März [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erzähle es immer wieder in meinen Kursen: die Technik wird weitere Berufe überflüssig machen. Der nächste Job, der mehr und mehr aussterben wird, ist der der Kassiererin in Märkten. Ein Beruf, der angelernt werden kann. Der vor allem von Frauen ausgeübt wird. Teilzeitgeeignet ist. Verantwortung bedeutet. IKEA macht es vor, andere werden folgen.</p>
<p>Ende März war ich bei IKEA in Walldorf. Kind 1 und 3 benötigten neue Betten. Und ich ein Gästebett fürs Büro. Die Kinder wollten ne Schlafcouch, fürs Büro war das eh praktischer und so entschlossen wir uns nach viel hin und her für Ikea &#8211; &#8220;Beddinge&#8221;. Nicht zu teuer, einigermaßen robust, &#8220;nachrüstbar&#8221;, ne richtige Matraze drauf. Passt in die Studentenbude für Kind 1 und auch ins Jugendzimmer von Kind 3. Als wir an die Kasse kommen, bietet sich uns ein völlig neues Bild: es gibt Selbstbedienungskassen.</p>
<p><a href="http://www.joergrupp.de/wp-content/uploads/2010/04/ikea.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-756" title="ikea" src="http://www.joergrupp.de/wp-content/uploads/2010/04/ikea-150x150.jpg" alt="ikea" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Man scannt seine Artikel selbst ein, kontrolliert, nimmt seine EC (oder andere) Karte, bezahlt damit und geht raus. Am Ende des Kassendurchgangs steht dann noch jemand und kontrolliert, ob du alles drin hast.  Und an den Scannern ist jemand, der hilft. Geht viel schneller als an der &#8220;normalen&#8221; Kasse. Eingespart werden Personal und damit Arbeitsplätze.</p>
<p>Der nächste Schritt wären RFID-Chips in den Artikeln oder den EAN-Aufklebern auf den losen Artikeln, dann kann die Kasse einfach per Funk auslesen, was man auf dem Wagen hat. Kontrolle, Karte rein &#8211; am Schlauesten noch die Ikea-Card, bezahlen, raus. Ich selbst hab aber dann an den Kassen bezahlt, an denen noch Personal sitzt. Weil da noch Personal sitzt. Nur, wenn das weiterhin verlangt wird, werden die das auch beibehalten. Und wenn das Kunden sagen.</p>
<p>Ich finde, letztendlich haben die Unternehmen neben ihrer Gewinnmaximierung auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Jedes Unternehmen hat vor der Einführung neuer Technik eigentlich zu überlegen, ob das nicht nur in Bezug auf die Kosten sinnvoll ist, sondern auch in Bezug auf die MitarbeiterInnen und die Gesellschaft. Diese Verantwortung sehe ich genauso beim/ bei der ErfinderIn, dem/r VerkäuferIn. Technik &#8211; so sehr faszinierend die Möglchkeiten manchmal sind &#8211; sollte bewusst eingesetzt werden. Das geschieht leider viel zu wenig. Am Ende sind nicht nur Wissen verloren gegangen, sondern auch Lebensqualität. Und für mich gehrt es zum Einkaufen, irgendwo auch noch einen freundlichen VerkäuferIn zu treffen &#8211; und sei es an der Kasse. Ich habe mal gelernt &#8211; ich hab ja im Einzelhandel gelernt &#8211; das es sher wichtig ist, dass Kunden beim Bezahlen freundlich bedient wird &#8211; schließlich nimmt man ihm Geld ab &#8211; eigentlich ein unangenehmer Vorgang&#8230;.da ist das IKEA-Prinzip kontraproduktiv&#8230;</p>
<p>Ich finde es NICHT gut, was IKEA da macht &#8211; und überleg mir für die Zukunft echt, ob ich da noch einkaufen möchte.</p>
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		<title>Jobwunde</title>
		<link>http://www.joergrupp.de/729/jobwunder/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Mar 2010 16:35:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozial und Wirtschaftlich]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Grundeinkommen]]></category>
		<category><![CDATA[Haushaltskürzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurzarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[sozial]]></category>
		<category><![CDATA[Tarifpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es wird Zeit für ein bedingsloses Grundeinkommen, für die Frage nach dem Wachstum und vor allem die Frage, wie der Reichtum dieses Landes und dieser einen Welt verteilt werden soll. Den Reichen immer mehr, den Armen immer weniger - es wird Zeit, dass das aufhört.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Spiegel wundert sich über den Arbeitsmarkt in Deutschland. 7,5 % , relativ stabil ist die Quote in Deutschland. Einer der Gründe &#8211; neben Demografie, Schaffung von Stellen im Pflege- und Erziehungsbereich wird <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,683193,00.html" target="_blank">genannt</a>:</p>
<blockquote><p>Außerdem hat die Industrie verhältnismäßig wenig Arbeitsplätze abgebaut.  Ein Grund sind die moderaten Tarifabschlüsse der Gewerkschaften. Und  viele Unternehmen nutzen das Instrument der Kurzarbeit, für das die  Bundesagentur für Arbeit 2009 fast fünf Milliarden Euro ausgab.</p></blockquote>
<p>Zum Realeinkommen konnte man noch im Januar hören und <a href="http://www.focus.de/karriere/perspektiven/realeinkommen-gehaelter-schrumpfen-gewaltig_aid_468412.html" target="_blank">lesen</a>, dass aktuell ein großer Teil der Bürger weniger verdient wie 1990. Das ist schlicht ein Skandal. Denn es bedeutet, dass die Last auf Arbeitsplatzerhalt überwiegend durch die Gewerkschaften und Arbeitnehmer getragen wird.  Denn neben Berufen wie Makler und Bankangestellten haben auch</p>
<blockquote><p>auch Führungskräfte  von den Lohnerhöhungen besonders profitiert,  deren Bezüge seit 1990 bereinigt um die Inflation um durchschnittlich 18  Prozent gestiegen seien.</p></blockquote>
<p>Daneben ist es also die Kurzarbeit, die den Arbeitsmarkt einigermaßen in Schach hält. Schon zu Beginn der Krise ausgeweitet, wurde sie noch einmal <a href="http://www.bmas.de/portal/40436/" target="_blank">verlängert</a>. Und das geht zu Lasten derjenigen, die es am nötigsten haben. Denn während die Industrie über 5 Mrd. Kosten durch die Kurzarbeit klagt, fallen die 1,1 Mrd, die die Arbeitnehmer tragen, medial vällig unter den Tisch. Hinzu kommen 6 Mrd. €, die die BfA trägt. Und das hat interessante Konsequenzen: (aus einem Newsletter der BfA:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es ist zutreffend dass es nach aktuellem Stand auf Grund fehlender   Haushaltsmittel künftig nicht mehr möglich sein wird in Neufällen   BEZ-Förderleistungen gem. § 16e IV S.1 SGB II zu bewilligen. Als   Neufälle gelten dabei bisher noch nicht mittels BEZ geförderte   Leistungsbezieher sowie Leistungsbezieher bei welchen bisher in der 1.   Förderphase z.B. nur 12 Monate gefördert wurden.</p>
<p>Anschluss-Förderungen gem. § 16e IV S.2 SGB II nach Ablauf der 1.   Förderphase (nach 24 Monaten) sind im Augenblick weiter möglich.</p>
<p>Im Hinblick auf die Förderung mit EGZ sind aktuell noch   Haushaltsmittel vorhanden. Es ist jedoch zu erwarten dass die zur   Verfügung stehenden Mittel bereits vor Jahresende 2010 erschöpft sind.</p>
<p>In welcher Hinsicht sich im Laufe des Jahres noch Veränderungen   ergeben ist nicht absehbar.</p></blockquote>
<p>Hier handelt es sich um die Förderung nach Arbeitslosigkeit bzw. um Eingliederungszuschüsse. Diese werden eiskalt gecancelt. Ich habe selbst bei einem aktuellen Fall erlebt, dass eine zugesagte Einstellung mit deiner Förderung wackelt, weil es keine Mittel für die förderung gibt &#8211; eine Förderung, die der Mensch, den ich da vermittelt habe, dringend nötig hat, damit er <strong>sozialversicherungspflichtig</strong> eingestellt wird. Die Bundesregierung hat aktuell 900 Mio € im Haushalt zur Förderung Langzeitarbeitsloser gekürzt.</p>
<p>Bei allem Verständnis: hier werden diejenigen gefördert, die Jobs erhalten. Dabei fallen die runter, die erst gar keinen haben oder nur sehr schwer bekommen, weil eins oder multiple Einstellungshindernisse vorliegen. Das ist weder sozial gerecht noch erträglich. Gespart wird wieder bei denjenigen, die am Nötigsten Hilfe brauchen Gleichzeitig wird medial auf sie durch den Außenminister eingeschlagen und das Bild des faulen Arbeitslosen projeziert, der zum &#8220;Schneeschippen&#8221; herangezogen werden müsste. Und den Ärmsten wird sogar dasKindergeld verrechnet.</p>
<p>Rot-Grün hatte mit der Hartz-Gesetzgebung einige gute Ideen. Und auch eine ganze Reihe von schlechten. Wie &#8220;fördern und fordern&#8221;, das zum &#8220;fordern und fordern&#8221; verkommen ist. Mit vielen Regelungen, die durch schwarz-gelb im Vermittlungsausschuss damlas durchgesetzt wurde. Aber diese Regierung (und ihre Vorgängerregierung) schafft ein System sozialer Kälte, das offen und einseitig Bessergestellten noch die Förderungen der sozialen Marktwirtschaft zukommen lässt, alle anderen aber sehr deutlich an den Rand drängt und von den Leistungen abhängt &#8211; womit das sozialste Ziel der Hartz-Gesetze, nämlich auch den Empfängern von Sozialhilfe Zugang zu den Instrumenten der Arbeitsförderung zu schaffen, ad absurdum geführt wird.</p>
<p>Es wird Zeit für ein <a href="&quot;Es ist zutreffend dass es nach aktuellem Stand auf Grund fehlender  Haushaltsmittel künftig nicht mehr möglich sein wird in Neufällen  BEZ-Förderleistungen gem. § 16e IV S.1 SGB II zu bewilligen. Als  Neufälle gelten dabei bisher noch nicht mittels BEZ geförderte  Leistungsbezieher sowie Leistungsbezieher bei welchen bisher in der 1.  Förderphase z.B. nur 12 Monate gefördert wurden.  Anschluss-Förderungen gem. § 16e IV S.2 SGB II nach Ablauf der 1.  Förderphase (nach 24 Monaten) sind im Augenblick weiter möglich.   Im Hinblick auf die Förderung mit EGZ sind aktuell noch  Haushaltsmittel vorhanden. Es ist jedoch zu erwarten dass die zur  Verfügung stehenden Mittel bereits vor Jahresende 2010 erschöpft sind.  In welcher Hinsicht sich im Laufe des Jahres noch Veränderungen  ergeben ist nicht absehbar. " target="_blank">bedingsloses Grundeinkommen</a>, für die Frage nach dem <a href="http://www.mitwelt.org/wachstum.html" target="_blank">Wachstum</a> und vor allem die Frage, wie der Reichtum dieses Landes und dieser einen Welt verteilt werden soll. Den Reichen immer mehr, den Armen immer weniger &#8211; es wird Zeit, dass das aufhört.</p>
<p>Update 15.03.: lesenswerter <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32266/1.html" target="_blank">tp-Artikel </a>zum &#8220;Wirtschaftswachstum&#8221; und dem deutschen Exportüberschuss</p>
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		<title>die Krähe Westerwelle</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 13:01:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörg Rupp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er kräht ganz schön laut, unser Bundesaußenminister. Da meint er also, endlich ein Thema entdeckt zu haben, mit dem er punkten kann. Die Partei FDP aus den Umfragtiefs der letzten Wochen. 8% bei Forsa und auch Emnid hat nur 9% übrig. Und ganz nebenbei holt er die Argumente der Stammtische mitten in die Gesellschaft hinein.
Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er kräht ganz schön laut, unser Bundesaußenminister. Da meint er also, endlich ein Thema entdeckt zu haben, mit dem er punkten kann. Die Partei FDP aus den<a href="http://www.election.de/cgi-bin/showpoll.pl" target="_blank"> Umfragtiefs</a> der letzten Wochen. 8% bei Forsa und auch Emnid hat nur 9% übrig. Und ganz nebenbei holt er die Argumente der Stammtische mitten in die Gesellschaft hinein.</p>
<p>Er wiederholt immer wieder dieselben Sätze: &#8220;Arbeit muss sich lohnen&#8221; &#8211; kennen wir schon aus dem Wahlkampf. Und &#8220;wer arbeiten geht, muss mehr Geld haben, als jemand, der nicht arbeiten geht&#8221; und &#8220;<a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2314802_Interview-mit-Guido-Westerwelle-Wer-den-Sozialstaat-ueberfordert-zerstoert-ihn..html" target="_blank">wer den Sozialstaat überfodert, der zerstört ihn</a>&#8220;.</p>
<p>Wer glaubt, dass man von 359 € im Monat leben kann, der irrt. Da helfen keine Vergleiche. Und da hilft auch nicht der Hinweis, dass &#8220;die&#8221; ja &#8220;alle&#8221; offensichtlich noch genug Geld zum Rauchen hätten. Oder zum Saufen. Oder für nen Flachbildfernseher. Was ist das für ein Bild des Menschen, dass, wer nur arbeitet, das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe haben dürfe.</p>
<p>Westerwelle verkauft erneut die Kindergelderhöhung zu Anfang des Jahres als sozialpolitische Maßnahme. 20 € pro Kind. 20 €, die einem, wie ich in einem anderen Artikel schon belegt habe, schon jetzt fast ganz wieder genommen werden. Die Kinderfreibeträge erhöhen sich um weitaus höhere Beiträge. Insofern hat diese Regierung erneut das Ungleichgewicht verschoben. Die mit den höchsten Einkommen bekommen viel mehr pro Kind. Hartz-IV-Empfänger müssen das höhere Kindergeld direkt wieder abliefern.</p>
<p>Und er bedient ein altes Klischee. Das, des faulen Arbeitslosen, der nur Hartz kassiert und davon gut lebt. Vielleicht noch schwarz nebenher arbeitet. Den gibt es, keine Frage. Er kann sich vom Staat auf diese Art und Weise 359 € mal x erschleichen. Ist er allein, macht das in 40 Jahren (Regelarbeitszeit) 172.320 €. Dafür darf er nie in mehr als einem Zimmer wohnen. Vielleicht kommt er mit den andern Leistungen auf weitere 172.320 €. Gerundet sind das 350.000 €. Das ist weniger, als Herr Westerwelle in 2 Jahren Einkünfte hat für seinen Job. Ein Job, von dem Klaus Kinkel irgendwann berichtete, dass er in seiner Amtszeit nie einen Geldbeutel bei sich hatte, weil er nie zum Geld ausgeben kam. Er musste erst wieder lernen, einzukaufen. Man kann davon ausgehen, dass Herr Westerwelle ähnlich lebt. Essen bezahlt tagsüber wohl Vater Staat &#8211; irgendein Staat. Und man darf davon ausgehen, dass Herr Westerwelle an einem Tag geldwert soviel verspeist und trinkt, dass ein Hartz IV Empfänger davon bequem über den halben Monat käme &#8211; schaut man sich an, was bei Regierungsdiners üblicherweise so gereicht wird.</p>
<p>Wir können am Ende nur vergleichen: den alleinstehenden Hartz-Empfänger mit dem Single, der alleine lebt und alleine verdient. Wenn ein Mensch, der 8 € die Stunde verdient davon eine ganze Familie ernähren möchte und der Partner zu Hause bleibt, obwohl sie Arbeit finden könnte, so ist das seine Entscheidung. Und kein Grund, deshalb die HArtz-IV-Sätze, die eh zu niedrig sind, zu überdenken. Die Familie hat es selbst in der Hand, für mehr Einkommen zu sorgen. Eine Familie, die Hartz-IV-bezieht, hat diese Möglichkeit oft genug nicht. Weil erstmal verrechnet wird. Inkl. Kindergeld.</p>
<p>Ganz außerhalb der Debatte sind ältere Arbeitslose, die Hartz beziehen, weil sie keine Stelle mehr finden (unser Team ist zwischen 30 und 40 Jahren alt, bewerben Sie sich bloß nicht, wenn sie älter sind). Arbeitslose, die gesundheitliche Einschränkungen haben und deshalb keinen Job mehr finden, weil sie langsamer sind oder öfter auf die Toilette müssen oder gar komisch aussehen, nicht beide Hände benutzen können. Perverserweise manchmal aufgrund eines Arbeitsunfalls. Die von der Rentenkasse bescheinigt bekommen, dass sie doch noch mehr als 3 Stunden arbeiten können. Und deshalb keine Frührente möglich ist. Menschen, die keine Möglichkeite haben, die Kinder unterzubringen. Oder ganztags zu arbeiten, weil sie sich das Mittagessen für die Kinder in KiTa oder Hort nicht leisten können. Waisen. Witwen. Rentner, denen die Rente nicht reicht, obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben. Frauen, die ihren Rentenanspruch sich haben ausbezahlen lassen. Oder denen der Mann verboten hat, zu arbeiten (das ging bis in die 70er). Über die redet Herr Westerwelle nicht. Bewusst nicht. Das ist die Wahrheit, die Herr Weisterwelle nicht kennen möchte. Schlimmer &#8211; ich befürchte, er hat gar keine Ahnung davon, dass diese Menschen genauso auf &#8220;Stütze&#8221; angewiesen sind, wie die von ihm verdächtigten &#8220;faulen&#8221; Arbeitslosen, die es sich schön eingerichtet haben in Hartz IV.</p>
<p>Den Soazialstaat überfordern heißt, ihm Geld zu entziehen. Viel Geld. Keine 350.000 € in 40 Jahren. In einem Jahr. Zum Beispiel, indem man zulässt, dass sich Reiche und Sebstständige aus der gesetzlichen Krankenversicherung und Rentenversicherung verabschieden können. Indem man Steuerhinterziehung einfach macht. Indem man zulässt, das deutsche Banken in Steuerparadiesen Filialen unterhalten, auf dem sie Geld lagern und daran verdienen, das eigentlich in die Staatskassen versteuert gehört. Dafür will Herr Westerwelle weiter die Steuern senken. Damit alle was davon haben &#8211; alle, bis auf die, die keine Steuern zahlen. Das heißt, die gesellschaftliche Solidarität zu opfern. Weil einem die Menschen, die &#8220;nicht den Karren&#8221; in Westerwelles Weltbild &#8220;ziehen&#8221;, scheißegal sind.</p>
<p>Und so jemand muss man &#8220;Vizekanzler&#8221; aller deutschen BürgerInnen nennen.</p>
<p>Ergänzend:</p>
<p>Der <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/hartz-iv-wie-viel-wahrheit-steckt-in-westerwelle-1543926.html" target="_blank">Faktencheck des Stern</a>. Sollte er mal lesen. Der Westerwelle.</p>
<p>Die Sätze beim alten Stand von 345 € waren soverteilt:</p>
<p>Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren:132,71 Euro<br />
Bekleidung und Schuhe: 34,13 Euro<br />
Wohnung, Strom: 26,87 Euro<br />
Einrichtungsgegenstände, Möbel: 27,77 Euro<br />
Haushaltsgeräte sowie derenInstandhaltung,Gesundheitspflege: 13,21 Euro<br />
Verkehr ÖPNV: 19,20 Euro<br />
Nachrichtenübermittlung, Telefon, Post: 20,38 Euro<br />
Freizeit, Unterhaltung, Kultur: 38,71 Euro<br />
Beherbergungs- und Gaststättenleistungen10,33 Euro<br />
Andere Waren und Dienstleistungen: 21,69 Euro</p>
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