Liebe Geldinstitute….

…mal auf ein Wort.

Seit vielen Jahren – 1995 glaube ich – mache ich Homebanking. Über Datex-J, mit dem Bowser über’s Internet, über AOL, und seit 5 Jahren mit WISO  Mein Geld übers Internet. Seit vielen Jahren passiert Unerklärliches. Jeden Freitag nachmittag gehen Ihre Computer ins Wochenende und kommen offensichtlich erst am Montag früh wieder. Anders ist es nicht erklärbar, warum irgendwie Buchungen über das Wochenende nicht abrufbar sind – z. B. wenn ich Samstag vormittag Bargeld hole sehe ich das online erst am Montag früh.

Wissen Sie, ich dachte immer, Computer in Rechenzentren arbeiten rund um die Uhr und wenn einer gewartet werden muss, übernimmt ein anderer dessen Tätigkeit solange. Redundant sozusagen. Auch das Internet funktioniert ja über Nacht und alle meine Beiträge, im Blog, bei Facebook, bei WKW, meine Bestellungen und meine E-Mails kommen auch alle selbst noch am Samstag abend oder Sonntag früh an – und nicht erst montags.Vielleicht können Sie ja ein bißchen was von den vielen Milliarden Euro, die Sie von unseren Steuern erhalten haben, in die Infrastruktur stecken?

Aber vielleicht ist das ja bei Bankrechnern anders. Vielleicht klären Sie mich mal auf, warum ihre am Wochenende nicht arbeiten….sonst vermute ich noch, sie hätten durch diese zwei Tage Zinsgewinne.

Geschrieben am 16. Januar 2010 um 09:59 Uhr in Allgemeines, Persönlich, Verbraucherschutz - Tags: , , ,

Grünes Sommerkino – Let’s make money

Grünes Sommerkino mit Sylvia-Kotting-Uhl und Jörg Rupp

Eine Reihe von interessanten Filmen einem breiten Publikum zu vorzustellen und im Anschluss daran über die Themen zu diskutieren, ist ein Angebot der Karlsruher Grünen und der Grünen aus Karlsruhe-Land zum Bundestagswahlkampf. Der Eintritt ist mit Ausnahme des Films im Open-Air-Kinos am Gottesauer Schloss für Kinobesucher kostenlos – Dank der Unterstützung der Karlsruher Bundestagsabgeordneten Sylvia-Kotting-Uhl. Insgesamt werden 4 Filme in fünf Kinos der Region gezeigt.

Den Auftakt der Filmvorführungen machte der Film „Let’s make Money“ von Erwin Wagenhöfer, der am Donnerstag, den 27.08., im Brettener Kino gezeigt wurde.

Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren u.a., warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist und lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Let’s make MONEY zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest. Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser „Ausverkauf“ von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung, Wasserversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen „dritten“ Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

Sylvia Kotting-Uhl erklärte vor Beginn des Filmes die vier Schlüsselelemente des Neoloberalismus im Sinne der Mont Pelerin Society, den der Internationale Währungsfonds und die Weltbank in den 70er Jahren zum Kern ihrer Politik erhoben und dessen Auswirkungen mitverantwortlich für die heutige Finanzkrise sind:

„Das erste Element bestand in einer Deregulierung der Finanzmärkte auf der ganzen Welt. Kapital sollte sich frei von einem Land zum anderen bewegen können. Der zweite Teil bestand in einer Liberalisierung der Handelsströme. Es ging darum, Handelsbarrieren abzuschaffen, die sehr sorgfältig im Laufe vieler Jahrzehnte von Entwicklungsländern errichtet worden waren, um ihre eigenen wachsenden Industrien zu schützen. Das dritte Element bestand in einer völligen Abschaffung des Staates, um die Interventionsmöglichkeiten des Staates zu reduzieren. Beabsichtigt wurde, die Steuereinnahmen so reduzieren, dass die Staaten nicht mehr einschreiten konnten, um ihre Bürger zu schützen. Und das vierte Element verlangte von den Staaten, ihre Industrien zu privatisieren. Dabei wurde mehr oder weniger sichergestellt, dass die Industrien unter ihrem Wert an fremde Kapitalanleger verkauft wurden. Dies sind die vier politischen Druckmittel, die vom Internationalen Währungsfond und der Weltbank angewandt werden und die Neoliberalismus genannt werden.

Der Neoliberalismus Hayekscher Prägung fand in US-Präsident Ronald Reagan und der britischen Regierungschefin Margret Thatcher begeisterte Verfechter.“

Kino_Bretten_2

In meinem Statement betonte ich, dass neoliberale Wirstchaftspolitik es häufig an jeder Moral fehlen lasse, dass neben ausbeuterischer Kinderarbeit soziale Standards völlig ignoriert werden, nur um maximale Profite zu erzielen. Dagegen kann jede/r selbst etwas tun – andere Produkte einkaufen nämlich. Sinkende Löhne, steigende Gewinne führten dazu, dass die Globalisierung in den vergangenen 10 bis 15 Jahren zu einer dramatischen Einkommensverschiebung geführt hat. Arbeiter und Angestellte konnten ihre Lohnforderungen nicht mehr durchsetzen und wurden durch die mit der Globalisierung entstandene Konkurrenzsituation erpresst, auch zu billigeren Konditionen zu arbeiten. Es fanden enorme Einkommensverschiebungen zu Gunsten des Kapitals statt und diese riesige Menge an Geld, die angelegt werden muss, hat eine neue Industrie auf den Plan gerufen: Die Industrie der Finanzdienstleister, der Investmentbanker, der Private Equity Fonds und der Hedgefonds.
Laut UNO ist Burkina Faso das viertärmste Land der Welt. 40% der Kinder gehen nicht zur Schule. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 42 Jahren. Wenn Amerika seine Baumwoll-Subventionen nicht stoppe, seien die Menschen gezwungen auszuwandern: „Jeder Burkinabe, der heute geboren wird, hat schon hohe Schulden. Selbst der, der erst in 25 Jahren geboren wird. Wenn wir keine Baumwolle mehr machen, dann wird jeder Afrikaner aus Burkina – aber auch aus Mali, Benin und anderen Ländern – nach Europa auswandern.

Ein beeindruckender Film, der den Deutscher Dokumentarfilmpreis von 2009 erhalten hat.

Geschrieben am 1. September 2009 um 07:40 Uhr in Eine Welt, Sozial und Wirtschaftlich, Verbraucherschutz

Herr Oehler geht

Zum Jahresende verlässt Eberhard Oehler die Stadtwerke Ettlingen. Mal sehen, was nachkommt. Er steht sicherlich für eine Verwurzelung mit der Energiebranche, vor allem der EnBW und der Atomindustrie. Das soll hier kein Nachruf werden, er ist ja nicht gestorben. Er hat sicherlich große Verdienste für die Stadt Ettlingen im Bereich Erhalt der Bäder. Gleichzeitig war er Herr über einer der größten Neben (Schatten-)haushalte der Stadt.

Ich möchte aber gerne mal erzählen, womit ich Herrn Oehler verbinde. Da war einerseits eine 10-prozentige Gehaltserhöhung. Unerträglich. Da war die gewollte Beteiligung am Kohlekraftwerk Brunsbüttel. Ökologisch untragbar und führt seine Investitionswilligkeit ins Ettlinger Windrad, dass dann ja leider unter Mithilfe Ettlinger Grüner nicht kam, ad absurdum – ebenso wie der ganze Klateradatsch um “Ökostrom” von den Stadtwerken.

Vor allem verbinde ich Eberhard Oehler mit einem Telefongespräch – für das ich natürlich keine Aufzeichnung habe – das ich im Jahr 2001 mit ihm geführt habe. Anlass war ein Artikel im Ettlinger Amtsblatt aus meiner Feder. Ich beklagte unter der zugegeben provokanten Überschrift “Raubritter in Ettlingen” dass die Stadtwerke nicht wie andere Stadtwerke damals schneller ihren Kunden den Wechsel zu anderen Stromanbietern möglich machten, sondern bis zum letzten Tag warteten, den die Verbändevereinbarung möglich machte. Ich wollte damals so schnell wie möglich zu den Schönauern wechseln, um dort richtigen Ökostrom zu beziehen und mit meinem Geld auch nicht länger mit die Atomindutrie zu finanzieren. Auf diesen Artikel hin rief mich Eberhard Oehler an. Wir tauschten Argumente aus, ich teilte ihm mit, dass ich am Ökostrom der Stadtwerke Ettlingen keinen Gefallen finden würde, da mir nicht nur der Nachweis zu intransparent war, sondern schlicht die Stadtwerke weiterhin Atomstrom bezögen und verkauften und ich daher nicht länger dort Kunde sein wollte. Danach wurde es abstrus. Zunächst meinte er, mich darauf hinweisen zu müssen, dass man, würden GRÜNE weiterhin so wie im Amtsblatt geschehen, argumentieren, man die Zusammenarbeit mit unseren Vertretern im Gemeinderat überdenken müsse – interesante Aussage in einer Demokratie. Nachdem ich darauf nicht einging – das müssen Sie entscheiden, Herr Oehler – meinte er, mich darüber informieren zu müssen, dass der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Gemeinderat weiterhin “normalen” (Atom-)Strom beziehe und zudem immer noch eine “alte Ölheizung” zum heizen verwenden würde.

So bleibt mir Herr Oehler in Erinnerung – als die Argumente ausgingen,  versuchte er eine Erpressung und als das nicht fruchtete, verwendete er die persönlichen Daten eines Kunden, um diese politisch zu missbrauchen. Daneben verblassen alle “Verdienste” um die Sanierung der Ettlinger Bäder – die trotz großer unverschatteter Dachflächen keine einzige Solarpaneele haben….

Gentechnik im Essen

Eigentlich bin ich ein informierter Bürger. Vor allem die Vergiftung von Lebensmitteln durch konventionellen Anbau in der Landwirtschaft treibt mich seit Jahren um – kein Wunder, schließlich hab ich 1988 mal Einzelhandelskaufmann im Lebensmittelhandel gelernt. Und diesen Beruf immer geliebt. Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sensibilisierte mich nicht nur für die offensichtlich nicht zu beherrschenden Risiken der Atomkraft, sondern gleichzeitig für das, was ich da täglich verkaufte, bewegte, bestellte, selbst aß. Ich stieß auf zwei Bücher: Gift-Grün von Kurt Langbein und Hans Weiss über die Verwendung chemischer Substanzen in der Landwirtschaft und Tierische Geschäfte über die Methoden im Fleischhandel. Als ich zum ersten Mal von genteschnischen veränderten Lebenmitteln hörte, war ich entsprechend sensibilisiert, informierte ich und fand da recht schnell zu einer ablehnenden Haltung – obwohl ich als bekennender Science-Fiction-Leser mit den Heilsversprechen solcher Techniken vertraut war. So einfach, wie es in Büchern steht, ist es ja meist nicht.  Darüber hinaus gab es dann auch die Berichte über Organveränderungen oder weniger Nachkommen von mit GMO-Lebensmitteln gefütterten Tieren.

Und trotzdem bin ich wieder reingefallen. Meine Frau und mein 6-jähriger Sohn haben eine Lactose-Unverträglichkeit. Nun soll man dann ja Laktose meiden, kann aber das fehlende Enzym mittels Tabletten zu sich nehmen. Um sich aber relativ normal ernähren zu können, gibt es seit einiger Zeit lactosefreie Lebensmittel. Im kleinen Bioladen bei mir auf dem Dorf finde ich da nur Sojaprodukte – als mögliches Kreuzallergen auch nicht tägliche Wahl -oder höchstens mal lactosefreie Milch. Im konventionellen Supermarkt fanden sich aber die Minus-L Produkte von Omira. Wir kauften munter und ohne weiter nachzudenken – manchmal dauert es ne Weile. Dann stieß ich dieser Tage auf den aktuellen Greenpeace-Ratgeber (durch einen Twitter-Link) ‘Essen ohne Gentechnik’. Und siehe da: auf Seite 13 (bzw. Seite 7 des PDFs) finde ich das zeugs, das ich täglich meinem kleinen Sohn gebe:

Minus L Unter dieser Marke verkauft die
Firma Omira lactosefreie Milchprodukte,
zugeschnitten auf gesundheitsbewuss-
te Verbraucher, die dafür entsprechend
zahlen. Im Tierfutter werden Gen-Pfl  an-
zen eingesetzt. Omira weigert sich kate-
gorisch, dieses Problem mit Greenpeace
zu erörtern. Fazit: Ohne Lactose, aber
mit Gentechnik!

Also habe ich einen Karton gepackt, alle Minus-L-Produkte aus meinem Kühlschrank da rein gepackt und zur Post an Omira geschickt. Ein Brief dazu.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie ich dem aktuellen Greenpeace-Ratgeber „Gentechnik“ entnehmen kann, werden im Tierfutter für Ihre Milchprodukte Gen-Pflanzen eingesetzt. Sie weigern sich kategorisch, dieses Problem mit Greenpeace zu erörtern. Fazit: Ihre Produkte sind zwar ohne Lactose, dafür aber mit Gentechnik!

Da wir hier bisher seit der Diagnose vor rund einem Jahr unser Kind mit Ihren Produkten ernähren, sind wir natürlich entsetzt über diese Auskunft durch Greenpeace. Wir werden Ihre Produkte daher nicht mehr kaufen, sondern auf Alternativen wie Soja-Produkte aus dem Bioladen oder Breisgaumilch und andere ausweichen. Da wir bisher bei REWE und Real Ihre Produkte gekauft haben, werden wir diese natürlich über unseren Schritt informieren und auch im Internet und im regionalen Amtsblatt darauf aufmerksam machen.

Ich sende Ihnen die aktuell gekauften Restmengen an Produkten Ihrer Marke zurück. Geld zurück wollen wir dafür keines. Sollten Sie irgendwann einmal Ihre Produkte ohne Gentechnik im Futter erzeugen, dürfen Sie gerne eine Nachricht schicken.

Seitdem warte ich auf Reaktion. Bisher: keine.  Von Laktolee, ein Online-Shop für lactosefreie Lebensmittel, bekam ich dagegen ziemlich schnell Auskunft darüber,  welche der Produkte, die sie vertreiben, gentechnikfrei sind. Nachahmenswert. Und daher zukünftig meine Quelle, neben dem großen Biosupermarkt in Karlsruhe, bei dem ich dann ab und an nach Feierabend einkaufen gehen muss.

Geschrieben am 21. Juni 2009 um 10:55 Uhr in Verbraucherschutz - Tags: , , , ,